Alle Preisträger chronologisch bis 1995:
Olaf Velte wurde 1960 in Bad Homburg/Hessen geboren und lebt heute in Wehrheim/Taunus. Nach Ausbildung zum Verlagskaufmann und Studium der Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und Philosophie in Frankfurt/Main folgten wechselnde Tätigkeiten bei Lokalzeitungen, Sprachschulen, Literaturzeitschriften. Seit 1993 ist er Betriebsleiter der familieneigenen Schafzucht. Seit den 80er Jahren veröffentlicht er Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. In seinen Prosawerken befasst sich Velte wie in seiner freien Theaterarbeit mit Autoren des 19. Jahrhunderts (Grabbe, Mörike, Raabe).
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Ror Wolf wurde 1932 in Saalfeld/Thüringen, geboren, siedelte 1953 in die Bundesrepublik über und lebt heute in Mainz. Seit 1963 ist er freier Schriftsteller. Wolfs an Samuel Beckett, Franz Kafka und Robert Walser geschulte Prosa fand rasch zu einem ebenso kunstvollen wie unverwechselbaren Ton, der sich durch radikale Verdichtung auszeichnet. Wolf verfertigt auch surrealistische Collagen, die sich als Parodie auf Gelehrsamkeit, Autorität und positivistische Welterkennungsstrategien lesen lassen. Seit 1969 konnte sich Ror Wolf auch als Verfasser von Rundfunkarbeiten einen Namen machen.
» weiterChrista Reinig, geboren 1926 in Berlin, lebt nach ihrer Übersiedlung 1964 in die Bundesrepublik heute in München. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie in einer Fabrik und als Blumenbinderin, studierte dann aber an einer Arbeiter- und Bauern-Fakultät und an der Humboldt-Universität in Berlin. Bereits in den Vierzigerjahren hatte Reinig mit dem Schreiben begonnen. 1951 wurde ihr jedoch ein Publikationsverbot auferlegt. Sie schrieb zunächst balladenhafte, an Brecht erinnernde Gedichte, daneben aber auch Liebeslyrik, Prosa und Hörspiele. Seit sie sich in den Siebzigerjahren öffentlich zu ihrer lesbischen Sexualität bekannt hat, steht der kämpferische Feminismus in ihrem Werk im Vordergrund, häufig durchsetzt mit Satire und schwarzem Humor.
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Ralph Dutli ist 1954 in Schaffhausen/Schweiz geboren, studierte in Zürich und Paris Romanistik und Russistik, lebte in Paris und seit 1994 als freier Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber in Heidelberg. Herausragend ist seine jahrzehntelange Beschäftigung mit Leben und Werk des russischen Dichters Ossip Mandelstam. Eine Auswahl eigener Gedichte aus zwanzig Jahren erschien unter dem Titel „Notizbuch der Grabsprüche“ (2002). Mehrere lyrische Hörbuchproduktionen weisen ihn als kongenialen Rezitator aus.
» weiterAm 7. November 2002 wurde in einem Festakt in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Wulf Kirsten der Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung von 1859 für herrausragende Verdienste um die deutsche Sprache und Literatur verliehen. Wulf Kirsten ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker und Erzähler der Gegenwart. Eine herausragende Stellung in seinem lyrischen Werk nimmt von Anfang an in programmatischer Weise das Thema Landschaft ein, die als vom Menschen bearbeitete und veränderte Natur verstanden wird. Die Zerstörung der Natur ist dabei nur eine Konsequenz der insgesamt auf Verlust und Vergessen angelegten menschlichen Zivilisationsweise. Mit Vorliebe wendet sich Kirsten jenen Landschaften, Arealen, Themen, Personen oder Ereignissen zu, die durch die Selektionsmechanismen des kulturellen Gedächtnisses marginalisiert, verdrängt, vergessen wurden. Er bedient sich dazu einer rau anmutenden und widerspenstigen Sprache. Neben seinem herausragenden lyrischen Werk trat Kirsten auch als Prosaautor und Essayist hervor, die unter anderem im Rahmen seiner Tätigkeit als Lektor und Herausgeber entstanden.
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