Die Deutsche Schillerstiftung von 1859 trauert um ihren Kuratoriumsvorsitzenden, Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, der erst 69-jährig unerwartet und viel zu früh verstorben ist.

Hansgeorg Schmidt-Bergmann gehörte unserem Kuratorium seit 2008 an und führte es seit 2022.

Am 19. Februar 1956 in Bad Oldesloe geboren, studierte er Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Marburg und Frankfurt am Main, wo er mit einer Arbeit zu Nikolaus Lenau promoviert wurde. 1990 habilitierte er sich an der Universität Karlsruhe (heute KIT) mit einer Arbeit über die Anfänge der literarischen Avantgarde in Deutschland. Nach mehreren Lehr- und Forschungsaufenthalten im Ausland, u.a. an der Universität Bari, der Comenius-Universität Bratislava und an der Universität Wien, nahm er 1993 seine Tätigkeit als Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein auf und wurde 1998 zum apl. Professor an der Universität Karlsruhe berufen.

Neben der Deutschen Schillerstiftung von 1859 profitierten zahlreiche literarische Einrichtungen, Stiftungen und Jurys über die Jahrzehnte hinweg von seiner tiefgründigen literarischen und kulturellen Fachkenntnis, seiner profunden Kenntnis der zeitgenössischen literarischen Szene, darunter der Hermann-Hesse-Literaturpreis, der Schiller-Gedächtnispreis, der Johann-Peter-Hebel-Preis und der Grimmelshausen-Preis. Als Herausgeber wissenschaftlicher und literarischer Zeitschriften wie dem Lenau-Jahrbuch und allmende–Zeitschrift für Literatur sowie als Redaktor der Blätter der Rilke-Gesellschaft schätzten auch zahlreiche Autoren und Wissenschaftler ihn und sein Wissen sehr.

Hansgeorg Schmidt-Bergmann wurde 2008 in das Kuratorium der Deutschen Schillerstiftung von 1859 gewählt,  2022 übernahm er den Vorsitz des Gremiums, das sich der Förderung zeitgenössischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller und ihrem Schaffen verpflichtet sieht und sie insbesondere auch in schwierigen Lebensphasen unterstützt.

Völlig unerwartet verstarb er am 3. September 2025 und hinterlässt auch bei uns eine große Lücke. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten seiner Frau, Dr. Annette Ludwig, mit der er noch so viele Pläne hatte, und seiner Familie.

Die Deutsche Schillerstiftung verneigt sich in großer Dankbarkeit vor einem einzigartigen Freund und Förderer der Literatur und dankt für sein besonderes Engagement, seinen unermüdlichen Einsatz, seine gewinnende Art und seine schier endlos scheinende Energie und Schaffenskraft. Wir vermissen ihn schon jetzt und werden ihn nicht vergessen.

 

Die Deutsche Schillerstiftung von 1859

Dr. Anita Runge                                                      Dr. Madeleine Brook 

Stv. Vorsitzende des Kuratoriums     Vorsitzende des Vorstands

 

 

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