Foto: Kirsten Bohlig

Prof. Dr. Schmidt-Bergmann

Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, geb. 1956, lehrt Literaturwissenschaft an der Universität Karlsruhe. Er wurde mit einer Arbeit über den österreichischen Lyriker Nikolaus Lenau promoviert und mit einer Arbeit über den Berliner Expressionismus habilitiert. Herausgeber der Schriften Hugo von Hofmannsthals und Arthur Schnitzlers im Frankfurter Insel-Verlag. Gastprofessuren in Bratislawa, Marburg, Wien und Paderborn.

Seit 1998 ist er Geschäftsführender Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft/Scheffelbund, der mit annähernd 6000 Mitgliedern größten literarischen Vereinigung im deutschsprachigen Raum und Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein. Seit 2003 Mitherausgeber und seit 2008 Herausgeber der Zeitschrift „allmende“. Seit 2007 Vorsitzender der Stiftung Hermann Hesse Literaturpreis. 2009 erschien der Band „Futurismus: Geschichte. Ästhetik. Dokumente“ in rowohlts enzyklopädie. Mitglied zahlreicher Jurys, darunter: Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg (2007, Laudatio auf Botho Strauß), Hebel-Preis, Literaturstipendien Baden-Württemberg, Paula Rombach Preis (Freiburg im Breisgau), Grimmelshausenpreis (Renchen/Gelnhausen).

Statement

Mit der Person Friedrich Schillers hat die Klassik ein humanes Antlitz, und eines, das den Wurzeln im Sturm- und Drang treu geblieben ist. Mit den „Räubern“ wurde das junge Bürgertum offensiv, das Theater zu dem Forum einer kritischen Öffentlichkeit, das der repressiven gesellschaftlichen Ordnung einen Spiegel vorhielt. Konsequent wurde Schillers dramatisches Debüt im stolzen Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt, ein Projekt eines sich selbst bewußten Bürgertums. Ihm gaben die folgenden Stücke, wie „Kabale und Liebe“ und „Don Carlos“ eine Stimme, sie orientieren sich am einzelnen Subjekt und dem Widerstreit historischer und sozialer Formationen. Seine Briefe zur „Ästhetischen Erziehung“ sind gegenwärtig wieder aktuell: als Negation eines bloßen ökonomischen Denkens und Handelns.