Alle Preisträger chronologisch bis 1995:

2009

Dem Schriftsteller Jürgen Becker wurde am 14. Mai 2009 in Berlin in der Akademie der Künste in Würdigung seines Lebenswerkes der Schillerring der Deutschen Schillerstiftung von 1859 verliehen.

Jürgen Becker wurde 1932 in Köln geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre, zwischen 1939 und 1947, lebte er in Erfurt. Nach Aufenthalten in Osterwieck/ Harz und Waldbröl kam er 1950 nach Köln zurück. Nach einem kurzen, abgebrochenen Studium begann er seine Existenz als Schriftsteller. Seinen Lebensunterhalt bestritt er jahrelang mit wechselnden Tätigkeiten, u. a. bei Rowohlt und Suhrkamp. Von 1974 bis 1993 leitete er die Hörspielredaktion im Deutschlandfunk. Jürgen Becker ist Mitglied der Akademie der Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

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2005

Der Dichter und Graphiker Christoph Meckel hat am 12. Mai 2005 im Goethe-Nationalmuseum Weimar den „Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung von 1859“ erhalten. Mit dem am 12. Juni 1935 in Berlin geborenen und im Breisgau aufgewachsenen Christoph Meckel ehrte die Deutsche Schillerstiftung einen Dichter, der in den fast 50 Jahren seiner ganz und gar der Poesie verpflichteten literarischen Arbeit eindringliche Gedichte, Erzählungen, Romane, Essays, Kinderbücher und Hörspiele veröffentlicht hat. Zugleich dankte sie einem Autor, der als Herausgeber und Übersetzer fremdsprachiger Literatur, insbesondere zeitgenössischer Literatur aus Israel ein erfolgreicher Vermittler zwischen den Literaturen ist. Meckels Prosaarbeit „Suchbild – Über meinen Vater“ (1980) ist ein gewichtiger und bleibender literarischer Beitrag zur politischen Auseinandersetzung mit der Vätergeneration. Seine literarische Erinnerungsarbeit hat Meckel mit dem Roman „Suchbild. Meine Mutter“ (2002) fortgesetzt.

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2002

Am 7. November 2002 wurde in einem Festakt in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Wulf Kirsten der Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung von 1859 für herrausragende Verdienste um die deutsche Sprache und Literatur verliehen. Wulf Kirsten ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker und Erzähler der Gegenwart. Eine herausragende Stellung in seinem lyrischen Werk nimmt von Anfang an in programmatischer Weise das Thema Landschaft ein, die als vom Menschen bearbeitete und veränderte Natur verstanden wird. Die Zerstörung der Natur ist dabei nur eine Konsequenz der insgesamt auf Verlust und Vergessen angelegten menschlichen Zivilisationsweise. Mit Vorliebe wendet sich Kirsten jenen Landschaften, Arealen, Themen, Personen oder Ereignissen zu, die durch die Selektionsmechanismen des kulturellen Gedächtnisses marginalisiert, verdrängt, vergessen wurden. Er bedient sich dazu einer rau anmutenden und widerspenstigen Sprache. Neben seinem herausragenden lyrischen Werk trat Kirsten auch als Prosaautor und Essayist hervor, die unter anderem im Rahmen seiner Tätigkeit als Lektor und Herausgeber entstanden.

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1999

Am 7. November 1999 wurde in einem Festakt im Deutschen Nationaltheater in Weimar Lenka Reinerová mit dem Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung von 1859 geehrt. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt ihr Landsmann František Černý, Botschafter der Republik Tschechien in Deutschland. In einer sehr persönlichen Rede voller menschlicher Wärme und Optimismus dankte die Preisträgerin.

 

Die am 17. Mai 1916 in Prag geborene deutsch- und tschechischsprachige Schriftstellerin und Journalistin gilt als die letzte Vertreterin der deutschsprachigen Literatur in Prag. Zu ihren Freunden zählten Egon Erwin Kisch, Max Brod und Franz Werfel.

 

Lenka Reinerová wuchs in einer mehrsprachigen jüdischen Familie auf. Sie arbeitete als Journalistin unter anderem bei der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung, die bis zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Prag unter dem Namen Volks-Illustrierte erschien.

 

Lenka Reinerová floh vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Mexiko. Im Jahre 1945 kehrte sie nach Europa zurück und lebte bis zu ihrem Tode am 27. Juni 2008 in Prag. Sie wurde während der stalinistischen Säuberungen inhaftiert, jedoch 1964 rehabilitiert. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 wurde sie aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und zudem für mehrere Jahre mit Publikationsverbot belegt. Seit 1989 erschienen zahlreiche Erinnerungsbücher und Erzählungen. 2004 gründete sie zusammen mit Botschafter a.D. František Černý und dem Germanisten Prof. Kurt Krolop das Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren (http://www.prager-literaturhaus.com/).

 

Lenka Reinerová war Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

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