Alle Preisträger chronologisch bis 1995:
Anne Dorn wurde 1925 in Wachau bei Dresden geboren und lebt in Köln. Sie hat für die unterschiedlichsten Medien gearbeitet, u. a. verfasste sie eine Vielzahl von Hörspielen und Filmskripten. Aufgrund ihrer eigenen Biografie ist sie besonders sensibilisiert für die Spannungen, die sich aus der deutschen Teilung für die davon betroffenen Menschen ergeben mussten. In ihrem neuesten autobiographisch geprägten Roman „siehdichum“ verarbeitet sie die schmerzhafte Suche nach dem im Zweiten Weltkrieg in Polen verschollenen Bruder.
» weiterNatascha Wodin wurde 1945 in Fürth geboren und lebt heute als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie trat auch als Übersetzerin von Lyrik und Prosa aus dem Russischen hervor. In ihren Werken, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, setzt sich Wodin vor allem mit ihrer Vergangenheit auseinander: mit dem weithin wenig bekannten und totgeschwiegenen Thema der osteuropäischen Zwangsarbeiter im Nazideutschland. Im Zentrum steht ihre Erfahrung der Ortlosigkeit und Fremdheit zwischen zwei Kulturen.
» weiterFranz Hodjak wurde 1944 in Hermannstadt/Rumänien geboren und lebt heute in Usingen/Taunus. Er gehörte zu den wichtigsten Vertretern der deutschsprachigen Literaturszene in Rumänien. Als Verlagslektor in Klausenburg förderte er diese Szene und hatte häufig mit der Zensur zu kämpfen. Als einer der letzten Schriftsteller, die den Repressionen des Ceaucescu-Regimes entflohen, übersiedelte Hodjak 1992 nach Deutschland. Er verfasste zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Romane.
» weiterGregor Laschen ist 1941 in Ückermünde/Vorpommern geboren und lebt heute in Utrecht in den Niederlanden, wo er Deutsche Literatur lehrt. Außerdem arbeitet er im Kunstzentrum Bahnhof Rolandseck. Sein eigenes Prosadebüt gab er 1968 mit „Hochzeitsnächte“. Er ist Begründer und Herausgeber des europäischen Poesie-Übersetzungsprojektes „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“ (seit 1988). Er veröffentlichte Prosa, Lyrik und Übersetzungen.
» weiterChrista Reinig, geboren 1926 in Berlin, lebt nach ihrer Übersiedlung 1964 in die Bundesrepublik heute in München. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie in einer Fabrik und als Blumenbinderin, studierte dann aber an einer Arbeiter- und Bauern-Fakultät und an der Humboldt-Universität in Berlin. Bereits in den Vierzigerjahren hatte Reinig mit dem Schreiben begonnen. 1951 wurde ihr jedoch ein Publikationsverbot auferlegt. Sie schrieb zunächst balladenhafte, an Brecht erinnernde Gedichte, daneben aber auch Liebeslyrik, Prosa und Hörspiele. Seit sie sich in den Siebzigerjahren öffentlich zu ihrer lesbischen Sexualität bekannt hat, steht der kämpferische Feminismus in ihrem Werk im Vordergrund, häufig durchsetzt mit Satire und schwarzem Humor.
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