Alle Preisträger chronologisch bis 1995:

2008

Bert Papenfuß-Gorek wurde 1956 in Reuterstadt Stavenhagen geboren und lebt heute in Berlin. Der Schriftsteller, der auch als Rock- und Punkmusiker auftrat, begann schon in den Siebziger Jahren Gedichte zu schreiben. 1985 erschien die erste eigenständige Publikation. Zahlreiche Gedichtbände folgten, Texte im Zusammenspiel mit Zeichnungen, Siebdrucken, Radierungen, Lithografien zahlreicher Künstler, u. a. von A. R. Penck und Jörg Immendorf – und von Papenfuß selbst. Darüber hinaus entstanden eine Vielzahl von Aufnahmen gesprochener und gesungener Literatur. Die symbiotische Durchdringung von Poesie, bildender Kunst und Musik wird besonders anschaulich in dem gerade bei Urs Engeler erschienen Papenfuß-Band „Ation-Aganda“, der fünf Gedichtzyklen aus den Jahren 1983 bis 1990 enthält. Die Prenzlauer Berg-Dichtung, der Papenfuß angehört, in ihrem Geflecht von Literatur, Musik, Malerei, Aktion und Revolution gärt noch heute noch weiter. Mittendrin Bert Papenfuß – und die Tanzwirtschaft Kaffee Burger, die er seit 1999 mitbetreibt und für die er das Kulturprogramm „Salon Brückenkopf“ koordiniert. Schon in den Neunziger Jahren veranstaltete Papenfuß Literaturabende. Seit 1994 gab er die Zeitschrift „Sklaven“ mit heraus, die seit 1999 unter dem Titel „Gegner“ erscheint. Das Werk von Bert Papenfuß schlug die Welt von früh an durch seine Extrovertiertheit und seine Durchlässigkeit zu Rockmusik und Malerei in den Bann, darüber hinaus durch den konzentrierten, unbestechlichen, begeisterten Ernst im Umfang mit fremder Literatur der Vergangenheit und Gegenwart. Auch der Dialekt gehört zu seinen fundamentalen Strategien auf dem Weg zu einer Entsemantisierung, zu einer Dynamisierung, zu einer Revolution der Sprache. Lesen und Schreiben, Rezeption und Produktion liegen im Werk von Bert Papenfuß virtuos dicht beieinander.

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2007

Ulrike Kolb ist 1942 in Saarbrücken geboren und lebt heute als freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main. Sie ist seit 1979 journalistisch tätig und veröffentlichte unter anderem in der Frankfurter Rundschau. In Ulrike Kolbs Romanen und Erzählungen spielen unterschiedliche Formen der Wirklichkeitserfahrung und vor allem die Erinnerung eine wichtige Rolle.

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2006

Johann P. Tammen, geboren 1944 in Hohenkirchen/Friesland, lebt in heute Bremerhaven. Seit über 40 Jahren betreut er als Herausgeber erfolgreich die „die horen“, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, ebenso die Reihe „edition die horen“ mit Sammlungen zur europäischen Poesie. Tammen veröffentlichte eine Reihe von Gedichtbänden sowie zahlreiche Herausgaben, Funkarbeiten und Dokumentationen. Übersetzungen ausgewählter Gedichte erschienen in zahlreichen Sprachen.

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2005

Andreas Koziol wurde 1957 in Suhl/Thüringen geboren und lebt heute in Berlin. Der Lyriker, Nachdichter und Herausgeber gehört zu den bedeutenden Autoren der Ostberliner Literatur- und Kunstszene des Prenzlauer Berg. Er war Mitherausgeber wichtiger Untergrundzeitschriften. Koziol schuf zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen aus dem Russischen, Ungarischen und Englischen.

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2004

Reinhard Jirgl wurde 1953 in Berlin/DDR geboren und lebt in Berlin. Jirgl gehörte zu jener jüngeren Autorengeneration in der DDR, die während der 1980er Jahre vermehrt experimentelle Formen aufgriff. Sein sprachmächtiges Prosawerk zeichnet ihn als Chronisten deutscher Vergangenheit und Gegenwart aus. Jirgls Interesse gilt der Entlarvung von Machtverhältnissen, die sich hinter Sprache verbergen. Charakteristisch ist seine unkonventionelle, teilweise „lautmalerische“ Rechtschreibung und eine eigene Zeichen-Nomenklatur. Seine Texte fesseln durch ihre Bildkraft und verstören zugleich durch kalt sezierende Intellektualität.

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