Alle Preisträger chronologisch bis 1995:

2014

In ihren Gedichtbüchern, unter denen „Dschinn“ (S. Fischer 2007) und „fremd gedanken“ (Horlemann 2012) besonders hervorzuheben sind, vertritt sie eine Poetik, die einmal nicht aus der Kälte kommt – anders als der Hauptstrom der zeitgenössischen Poesie. Zeilen von hoher Sinnlichkeit, genauer Natur- und Alltagswahrnehmung und einer schlafwandlerisch sicheren Verwandlung des Lebensstoffs in poetische Schwebezustände zeichnen Schiffners Gedichte aus. Ohne Rücksicht auf literarische Moden verbindet sie eine Vorliebe für die Tradition des romantischen Kunstlieds mit schmerzlich genauen Aufrissen autobiographischer Motive. Ihre Gedichte entzünden sich an Erinnerungsfetzen und Augenblickswahrnehmungen, kleinen und großen Epiphanien, sie bewahren im Wortsinn Andenken auf, kreisen um die Brüchigkeit menschlicher Bindungen, den Verlust von Liebe und Freundschaft und familiäre Verwerfungen und setzen der Vergänglichkeit immer aufs Neue das Gedicht entgegen. In freien Versen von betörender Schönheit und oftmals verstörenden Details überrascht Sabine Schiffner immer wieder mit neuen Fragmenten einer einzigen großen Erzählung: von den Wunden und den Wundern einer subjektiven Weltaneignung, die zwischen Sehnsucht, erfülltem Augenblick, Bruch und Verletzung das einzige Heil in der Aufzeichnung findet.

Sabine Schiffner wurde 1965 in Bremen geboren. Sie studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogische Psychologie in Köln, wo sie nach einem mehrjährigen Aufenthalt auf Mallorca heute wieder lebt. In ihrem jüngsten Band „fremd gedanken“ findet sie zu stark anrührenden Versen, die mit einer glücklichen Verbindung aus Tiefe und Leichtigkeit ihr Leben im Süden zwischen Aufbruch und Scheitern Revue passieren lassen. In einem ganz eigenen Ton, der ihre gereifte und sich stets treu gebliebene Gedichtsprache an wechselnden Sujets erprobt, bringt sie in die zeitgenössische Lyrik eine verloren geglaubte Melodie zurück. Ihr Werk umfasst bis heute vier Gedichtbände sowie den mit dem Jürgen-Ponto-Preis ausgezeichneten Roman „Kindbettfieber“ (S. Fischer 2005).

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2012

Der Lyriker, Essayist und Medienwissenschaftler Volker Demuth (geb. 1961) erhielt am 4. Mai 2012 in Marbach die Eugen Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Der mit 5000 € dotierte Literaturpreis wurde im Deutschen Literaturarchiv Marbach vom stellv. Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung, Hellmut Seemann, überreicht.

Volker Demuth lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Berlin und Zwiefaltendorf (Donau). In der Jurybegründung zur Auszeichnung heißt es: Volker Demuth erarbeitet klug, konzentriert und kompromisslos ein wirkliches Gesamtwerk, zu dem vor allem Lyrik (zuletzt „Lapidarium"/2010) und Lyrikinstallationen gehören, genauso aber auch Prosa (zuletzt „Das angekreidete Jahr"/2007) und Essays (zuletzt „Zyklomoderne"/2010). Seine Gedichte wurden ins Englische, Französische und Russische übersetzt.

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2008

Bert Papenfuß-Gorek wurde 1956 in Reuterstadt Stavenhagen geboren und lebt heute in Berlin. Der Schriftsteller, der auch als Rock- und Punkmusiker auftrat, begann schon in den Siebziger Jahren Gedichte zu schreiben. 1985 erschien die erste eigenständige Publikation. Zahlreiche Gedichtbände folgten, Texte im Zusammenspiel mit Zeichnungen, Siebdrucken, Radierungen, Lithografien zahlreicher Künstler, u. a. von A. R. Penck und Jörg Immendorf – und von Papenfuß selbst. Darüber hinaus entstanden eine Vielzahl von Aufnahmen gesprochener und gesungener Literatur. Die symbiotische Durchdringung von Poesie, bildender Kunst und Musik wird besonders anschaulich in dem gerade bei Urs Engeler erschienen Papenfuß-Band „Ation-Aganda“, der fünf Gedichtzyklen aus den Jahren 1983 bis 1990 enthält. Die Prenzlauer Berg-Dichtung, der Papenfuß angehört, in ihrem Geflecht von Literatur, Musik, Malerei, Aktion und Revolution gärt noch heute noch weiter. Mittendrin Bert Papenfuß – und die Tanzwirtschaft Kaffee Burger, die er seit 1999 mitbetreibt und für die er das Kulturprogramm „Salon Brückenkopf“ koordiniert. Schon in den Neunziger Jahren veranstaltete Papenfuß Literaturabende. Seit 1994 gab er die Zeitschrift „Sklaven“ mit heraus, die seit 1999 unter dem Titel „Gegner“ erscheint. Das Werk von Bert Papenfuß schlug die Welt von früh an durch seine Extrovertiertheit und seine Durchlässigkeit zu Rockmusik und Malerei in den Bann, darüber hinaus durch den konzentrierten, unbestechlichen, begeisterten Ernst im Umfang mit fremder Literatur der Vergangenheit und Gegenwart. Auch der Dialekt gehört zu seinen fundamentalen Strategien auf dem Weg zu einer Entsemantisierung, zu einer Dynamisierung, zu einer Revolution der Sprache. Lesen und Schreiben, Rezeption und Produktion liegen im Werk von Bert Papenfuß virtuos dicht beieinander.

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2007

Ulrike Kolb ist 1942 in Saarbrücken geboren und lebt heute als freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main. Sie ist seit 1979 journalistisch tätig und veröffentlichte unter anderem in der Frankfurter Rundschau. In Ulrike Kolbs Romanen und Erzählungen spielen unterschiedliche Formen der Wirklichkeitserfahrung und vor allem die Erinnerung eine wichtige Rolle.

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2006

Johann P. Tammen, geboren 1944 in Hohenkirchen/Friesland, lebt in heute Bremerhaven. Seit über 40 Jahren betreut er als Herausgeber erfolgreich die „die horen“, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, ebenso die Reihe „edition die horen“ mit Sammlungen zur europäischen Poesie. Tammen veröffentlichte eine Reihe von Gedichtbänden sowie zahlreiche Herausgaben, Funkarbeiten und Dokumentationen. Übersetzungen ausgewählter Gedichte erschienen in zahlreichen Sprachen.

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