Alle Preisträger chronologisch bis 1995:

2013

Der 1948 in Erfurt geborene und dort aufgewachsene Jürgen K. Hultenreich wurde als 17-Jähriger wegen Fluchtversuchs verhaftet. Weil er sich vor Gericht mit Schiller-Zitaten verteidigte, ließ ihn die Staatsanwältin in die psychiatrische Klinik Pfafferode einweisen, er wurde zu zweieinhalb Jahren mit Bewährung verurteilt. Danach arbeitete Hultenreich als Musiker, Bibliothekar und Lyrikrezensent. 1985 konnte er ausreisen und lebt seither im Westen Berlins als freier Autor. 1990 wurde er mit dem Marburger Literaturpreis ausgezeichnet. 2006 erhielt er das Stipendium Künstlerhaus Edenkoben. Mit seinem Roman Die Schillergruft zeigt er sein außergewöhnliches Erzähltalent. Mit seinem 2001 erschienenen Roman, in dem er Georg Hull, sein alter ego, als Hauptfigur seine biografischen Erfahrungen in der DDR durchleben lässt gelingt Hultenreich, der sprachlich, inhaltlich und konzeptionell überzeugt, einer der bedeutendsten Romane über die DDR-Gesellschaft, eine eindrucksvolle Parabel auf eine kranke Gesellschaft, wie man sie selten in der deutschen Literatur findet. Jürgen K. Hultenreich konnte in der DDR nur vier Gedichte veröffentlichen, bereits wenige Monate nach seiner Ankunft im Westen 1985 erschien der Gedichtband Langsam rückwärts ist eine kräftige Gangart. Ihm folgten u. a. der poetische Reiseführer Mein Erfurt (Ullstein, 1994) und die Erzählungsbände Die 748-Schritte-Reise (1996), Die Entfernung der Nähe (1997), Zerbrochene Krüge (1998) alle im Weidler Verlag Berlin.

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2012

Die 1970 geborene Autorin, Fotografin und bildende Künstlerin Sabine Scho verfasst eine musikalisch ausgehörte, von Sprach-Clustern beherrschte und zugleich immer historisch und forschend, Material bereitstellende Lyrik, die eigenständig sezierend, doch bildhaft ins Technische versenkt zugleich erotisch-kreatürlich ist.

Mit der Übertragung von Verfahren der Fotografie und anderer Sparten der bildenden Kunst in ihre Lyrik, ist Sabine Scho wohl einzigartig in der gegenwärtigen deutschsprachigen Lyrik. Sie erhielt unter anderem den Leonce-und-Lena-Preis (2001), den Ernst-Meister-Förderpreis und ein Aufenthaltsstipendium in der Villa Aurora in Los Angeles (2003). Seit 2006 lebt sie in Sao Paulo und Berlin.

2001 erschien Thomas Kling entdeckt Sabine Scho, Album (Gedicht & Fotografie), Hamburg und zuletzt 2010 Frauen-Liebe und Leben. Variation zu Adelbert von Chamisso, zusammen mit Ulf Stolterfoht, Berlin.

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2012

Der Lyriker, Essayist und Medienwissenschaftler Volker Demuth (geb. 1961) erhielt am 4. Mai 2012 in Marbach die Eugen Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Der mit 5000 € dotierte Literaturpreis wurde im Deutschen Literaturarchiv Marbach vom stellv. Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung, Hellmut Seemann, überreicht.

Volker Demuth lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Berlin und Zwiefaltendorf (Donau). In der Jurybegründung zur Auszeichnung heißt es: Volker Demuth erarbeitet klug, konzentriert und kompromisslos ein wirkliches Gesamtwerk, zu dem vor allem Lyrik (zuletzt „Lapidarium"/2010) und Lyrikinstallationen gehören, genauso aber auch Prosa (zuletzt „Das angekreidete Jahr"/2007) und Essays (zuletzt „Zyklomoderne"/2010). Seine Gedichte wurden ins Englische, Französische und Russische übersetzt.

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2011

Der in Berlin lebende Lyriker Andreas Altmann erhielt am 13. November 2011 in Weimar die Dr. Manfred-Jahrmarkt-Ehrengabe. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die Jury der Deutschen Schillerstiftung hob in ihrer Entscheidungsbegründung besonders die in eigensinnige und magische Bilder gefassten Natur- und Landschaftsbeschreibungen Altmanns hervor. Von Andreas Altmann sind seit 1996 sechs Gedichtbände erschienen, er wurde unter anderem mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis, dem Christine-Lavant-Lyrikpreis und dem Erwin-Strittmatter-Preis ausgezeichnet.

 

 

 

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2011

Wolfgang Schlüter, geb. 1948 in Königslutter/Niedersachsen, schloß sein 1969 begonnenes Studium (Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie) 1982 mit einer Dissertation über Gustav Mahler bei Carl Dahlhaus an der TU Berlin ab. Seit 1976 beeinflusst der Schriftsteller, Essayist und Übersetzer englischsprachiger Literatur das literarische Leben in den deutschsprachigen Ländern.

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