Alle Preisträger chronologisch bis 1995:

2000

Peter Waterhouse wurde 1956 in Berlin geboren und lebt heute in Wien. Der Sohn eines britischen Offiziers und einer österreichischen Mutter studierte in Wien und Los Angeles. Waterhouse verfasste Lyrik, Essays, Erzählungen, Theaterstücke, Sachbücher und Romane; daneben übersetzt er aus dem Englischen und Italienischen. Im Jahr 2000 gründete der Schriftsteller die Wolfenbütteler Übersetzergespräche. Das Werk Paul Celans spielt in seinem wissenschaftlichen und literarischen Schaffen eine zentrale Rolle.

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2000

Hartmut Lange wurde 1937 in Berlin-Spandau geboren und lebt heute in Berlin und in Umbrien/Italien in der Nähe von Perugia. Der Schriftsteller studierte an der Filmhochschule Babelsberg Dramaturgie und verließ 1965 die DDR. Als Schlüsselwerk kann man das 1983 erschienene „Tagebuch eines Melancholikers“ verstehen. Seit 1982 schreibt er vornehmlich Erzählungen und Novellen.

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2000

Ulrich Zieger wurde 1961 in Döbeln geboren. Nach neun in Frankreich verbrachten Jahren lebt er seit Ende der Neunziger Jahre als freier Autor in Berlin. Der gelernte Chemiegraf ging 1981 nach Berlin, wo er zunächst in einem wissenschaftlichen Verlag arbeitete. Schon bald war er in der alternativen Szene im Stadtviertel Prenzlauer Berg literarisch aktiv. Er wirkte als Mitarbeiter an diversen literarischen Untergrundzeitschriften und bei der freien Theatergruppe „Zinnober“ mit. Ulrich Zieger ist Verfasser von Prosa, Gedichten, Theaterstücken und Drehbüchern. Zusammen mit dem Musiker Bert Wrede schuf er zudem drei Hörspiele.

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2000

Ludwig Fels ist 1946 in Treuchtlingen/Fränkische Alb geboren und lebt heute in Wien. Nach Volks- und Berufsschule war er als Brauereiarbeiter, Hilfsarbeiter in einer Schaumstofffabrik, Maschinist in verschiedenen Farbwerken und Stanzer und Packer tätig. Seit 1973 lebt er als freier Schriftsteller. Neben erzählenden Werken hat er auch Theaterstücke und Hörspiele verfasst. Ludwig Fels ist „Arbeiterschriftsteller“, ohne dass er sich einer bestimmten ideologischen Richtung zurechnen ließe. Seine aggressive, sprachgewaltige Prosa und Lyrik ist vielmehr bestimmt durch Wut und Zorn über Repression in jeglicher Form sowie über die Strukturen gesellschaftlicher Unterdrückung.

 

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1999

Am 7. November 1999 wurde in einem Festakt im Deutschen Nationaltheater in Weimar Lenka Reinerová mit dem Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung von 1859 geehrt. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt ihr Landsmann František Černý, Botschafter der Republik Tschechien in Deutschland. In einer sehr persönlichen Rede voller menschlicher Wärme und Optimismus dankte die Preisträgerin.

 

Die am 17. Mai 1916 in Prag geborene deutsch- und tschechischsprachige Schriftstellerin und Journalistin gilt als die letzte Vertreterin der deutschsprachigen Literatur in Prag. Zu ihren Freunden zählten Egon Erwin Kisch, Max Brod und Franz Werfel.

 

Lenka Reinerová wuchs in einer mehrsprachigen jüdischen Familie auf. Sie arbeitete als Journalistin unter anderem bei der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung, die bis zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Prag unter dem Namen Volks-Illustrierte erschien.

 

Lenka Reinerová floh vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Mexiko. Im Jahre 1945 kehrte sie nach Europa zurück und lebte bis zu ihrem Tode am 27. Juni 2008 in Prag. Sie wurde während der stalinistischen Säuberungen inhaftiert, jedoch 1964 rehabilitiert. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 wurde sie aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und zudem für mehrere Jahre mit Publikationsverbot belegt. Seit 1989 erschienen zahlreiche Erinnerungsbücher und Erzählungen. 2004 gründete sie zusammen mit Botschafter a.D. František Černý und dem Germanisten Prof. Kurt Krolop das Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren (http://www.prager-literaturhaus.com/).

 

Lenka Reinerová war Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

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