Die Ehrengaben der Deutschen Schillerstiftung von 1859 und ihre Namensgeber

Die Stiftung verleiht seit ihrer Gründung 1859 Ehrengaben. Jedoch erst seit ihrer Wiedererrichtung 1995 tragen die Ehrengaben die Namen der Zustifter, also jener Wohltäter, dank derer die Stiftung zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, Ehrengaben ausloben kann.

Adolf-Mejstrik-Ehrengabe für Lyrik der Deutschen Schillerstiftung von 1859:

In Anlehnung an den bereits 1920 aufgrund einer testamentarischen Verfügung erstmals verliehenen Mejstrik-Preis an "verdiente deutsche Lyriker" und zur Erinnerung an seinen Stifter Adolf Mejstrik (1840-1918), einen Wiener Buchhändler, Antiquar und Schriftsteller, und dessen Verdienste um den Wiener Zweigverein der Deutschen Schillerstiftung, wird ab 1997 eine Mejstrik-Ehrengabe für Lyrik vergeben.

Die Empfänger des historischen Mejstrik-Preises waren Ottokar Kernstock und Rainer Maria Rilke (1920), Franz Karl Ginzkey (1921), Max Mell (1922), Börries von Münchhausen (1923), Agnes Miegel (1924), Albrecht Schaeffer (1925), Margarete Weinhandl (1926), Leopold Hörmann (1927) und Hermann Hesse (1928).

Otto Braun-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859:

Die Otto Braun-Ehrengabe wird von der Deutschen Schillerstiftung seit 1995 in Erinnerung an den Münchner Schriftsteller, Journalisten und Redakteur bei der Allgemeinen Zeitung in München, Otto Braun vergeben und würdigt damit die Verdienste Brauns zum Wohle der Deutschen Schillerstiftung. Er vermachte Ende des 19. Jahrhunderts sein Wohnhaus in München Schwabing, die Villa Braun, der Stiftung testamentarisch. Der Erlös des Gebäudeverkaufs wurde bei der Wiedererrichtung der Stiftung im Jahre 1995 als Grundstockvermögen zum Fundament der neuen Fördertätigkeit.

Christian Ferber-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859:

Die Christian Ferber-Ehrengabe wird von der Christian und Ursula Ferber-Stiftung in Treuhänderschaft der Deutschen Schillerstiftung von 1859 vergeben. Die Ehrengabe ist eine Auszeichnung, mit der auf Lebenszeit monatliche Zuwendungen in Höhe von 1000 DM/500 EUR verbunden sind, die sich im Laufe der Jahre zu einem der höchstdotierten Literaturpreise in der Bundesrepublik Deutschland summieren können. Die Christian Ferber-Ehrengabe wird in Anerkennung eines Lebenswerkes verliehen und soll das Alterswerk ermöglichen und fördern.

Mit der im Herbst 1999 errichteten Christian und Ursula Ferber-Stiftung bewahrt Frau Ursula Seidel-Ferber die Erinnerung an ihren Ehemann Heinrich Georg Balthasar Seidel (1919-1992), den Sohn der Schriftstellerin Ina Seidel.

Die aus den Mitteln dieser Stiftung finanzierte Ehrengabe trägt den Namen, unter dem der Journalist, Schriftsteller und mehrfache Theodor Wolff-Preisträger, der sich auch der Pseudonyme Simon Glas und Lisette Mullere bediente, sein literarisches Werk, nämlich Romane, Erzählungen Hörspiele, Fernsehfilme, Theater- und Literaturkritiken sowie Reportagen aus aller Welt, veröffentlicht hat.

Satzung der Christian und Ursula Ferber-Stiftung

Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859:

Die im Dezember 1997 von dem Unternehmer, Verleger und Sachbuchautor Professor Dr. Manfred Jahrmarkt errichtete Dr. Manfred Jahrmarkt-Stiftung, eine unselbständige Stiftung, wurde vom Stifter mit einem Grundstockvermögen von 150.000,00 DM ausgestattet. In Trägerschaft der Deutschen Schillerstiftung von 1859 wird alljährlich aus den Erträgen eine Ehrengabe für eine deutschsprachige Schriftstellerin oder einen deutschsprachigen Schriftsteller dotiert, die durch ihre künstlerischen Leistungen hervorgetreten sind.

Satzung der Dr. Manfred-Jahrmarkt-Stiftung

Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859:

Die von der im Kuratorium der Deutschen Schillerstiftung vertretenen Kester-Haeusler-Stiftung gestiftete Ehrengabe soll an deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben werden.

Die gemeinnützige Kester-Haeusler-Stiftung mit Sitz in Fürstenfeldbruck/München fördert selbst satzungsgemäß Wissenschaft, Forschung und Kultur. Sie wurde 1988 zur Erinnerung an Generalmajor Caspar Haeusler (Mitglied des Reichstages 1907-1918) und dessen Ehefrau Therese, geb. Kester, die einer Münchner Fabrikantenfamilie entstammt, von den Töchtern Gabriele und Mirjam Haeusler ins Leben gerufen.

Einen kleinen Ausschnitt des umfangreichen Einsatzes der Kester-Haeusler-Stiftung zur Erhaltung und Unterstützung der Deutschen Schillerstiftung während des deutschen Vereinigungsprozesses bildet die Errichtung der Kester-Haeusler-Ehrengaben-Stiftung.

Mit der Dotierung einer Ehrengabe unterstreicht die Kester-Haeusler-Stiftung ihr breites kulturelles Engagement, insbesondere zur Förderung der deutschsprachigen Literatur.

Satzung der Kester-Haeusler-Ehrengaben-Stiftung

Eugen Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859:

Die Eugen Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung soll jährlich an eine deutsche Schriftstellerin oder einen deutschen Schriftsteller vergeben werden.
Die Dotierung erfolgt aus den Einkünften der im Oktober 1996 in Weimar von den vier Söhnen des Seniors und Firmengründers der allkauf-Gruppe in Mönchengladbach anlässlich des 80. Geburtstages von Eugen Viehof sen. in der Trägerschaft der Deutschen Schillerstiftung von 1859 errichteten unselbständigen Eugen Viehof-Stiftung, die durch die Stifterfamilie mit einem Grundstockvermögen in Höhe von 150.000 DM ausgestattet wurde.

Satzung der Eugen Viehof-Stiftung